Vergangene Woche machten wir uns, begleitet von Frau Prof. Seher und Frau Prof. Schlögl, auf den Weg nach Wien. Es gab zwei Programmpunkte:
Ein Ausstellungsbesuch in der Kunsthalle Wien und ein Blick hinter die Kulissen der Kreativagentur Jung von Matt DONAU.
Genauere Einblicke und wie es uns gefallen hat, gibts hier im Überblick!
Station 1:
Feminismus, Revolution & Experimentierfreudigkeit bei der Ausstellung „Radical Software“ in der Kunsthalle Wien
Kaum angekommen, tauchten wir ein in die Pionierzeiten der digitalen Kunst. Die Ausstellung „Radical Software“ entführte uns in die frühen Begegnungen von Künstlerinnen mit Computern – lange bevor dieser zum Alltagsgegenstand wurde.
Noch in den 1940ern war ein „Computer“ kein Gerät, sondern eine Berufsbezeichnung – meist für Frauen, die komplexe Rechenoperationen ausführten. Erst Jahrzehnte später begann sich der Zugang zur Technologie zu wandeln. Die Ausstellung setzt genau hier an: bei Künstlerinnen, die sich ab den 1970ern den Maschinen zuwandten, um neue Ausdrucksformen in der Kunst zu entwickeln.
In der ersten Halle begegneten wir Werken, die weniger als fertige Kunstobjekte denn als performative Prozesse verstanden werden wollen. Eine Künstlerin etwa entwickelte ihr eigenes algorithmisches System – gezählte Schwünge, die durch Wiederholung und Variation eine visuelle Logik erzeugen. Andere verwebten analoges Handwerk und digitale Denkweise: „Was haben das Weben und Computer gemeinsam?“ fragte ein Werk – und ließ uns über Code, Struktur und Muster nachdenken.
Die Ausstellung zeigte uns, wie viel Potenzial darin liegt, Dinge zweckzuentfremden, Systeme neu zu denken und sich auf das Ungewisse einzulassen. Gestaltung beginnt nicht selten dort, wo Regeln hinterfragt und Möglichkeiten neu kombiniert werden.
Station 2:
„Das könnten bald wir sein“ – Agenturbesuch bei Jung von Matt DONAU
Nach so viel Reflexion war es Zeit für einen Perspektivenwechsel – vom Museum in die Praxis. In den offenen, lichtdurchfluteten Räumen der renommierten Agentur Jung von Matt DONAU wurden wir nach dem Mittagessen herzlich empfangen – unter anderem von einer ehemaligen MKD-Absolventin, die nun dort arbeitet und uns durchs Haus führte.
Besonders spannend war der Einblick in die Jung von Matt Academy in Hamburg – ein intensives Ausbildungsprogramm für junge Kreative, das nicht nur durch Inhalte, sondern auch durch internationale Vernetzung punktet. Zwischen Strategie, Storytelling und Gänsehaut-Kampagnen wurde uns schnell klar: Hier wird nicht einfach Werbung gemacht, hier wird übers Ziel hinaus gedacht – mit Perfektion, Kreativität und Haltung.
Inspiriert von den Eindrücken kehrten wir in die MKD zurück – mit frischen Ideen und neuer Motivation, weiter am Portfolio zu feilen.








CREDITS:
Text von Selina Seitz & Clara Sageder
Fotos von Sophie Ganglberger