Der Schulstart kam leise und langsam, viele Infos, viel Bewundern der Projekte der letzten Jahre, ein paar Schwierigkeiten mit Lizenzen und E-Mail-Adressen. Erfreulicherweise mit nur wenigen Vorstellungsrunden, dafür mit ganz vielen lieben Menschen. Das Jahresthema MUT hat in den ersten Wochen viele erste Gespräche und Momente geprägt.
So auch unseren „Wandertag“. Jener hat bei dystopischer Herbst- und Regenstimmung im Mural Harbor begonnen, wo wir bunte Geschichten und Biografien verpackt in Graffitis und Urban Art bestaunt haben. Graffiti, eine im Grunde illegale Kunstform, die viel Mut braucht. Die Geschichten, die hinter jedem Kunstwerk steckten, haben uns die Kälte des regnerischen Tages vergessen lassen und uns inspiriert unser eigenes Schaffen mutig sichtbar zu machen.
Im OK haben wir uns anschließend bei der Ausstellung „FLATZ. Physical Machine“ aufgewärmt und eine ganz andere Art von Mut kennengelernt. Flatz’ Werke fordern heraus, provozieren, zeigen Schmerz, Stärke, Körperlichkeit. Sein Mut ist kein leiser, kein freundlicher – sondern einer, der Grenzen austestet und unbequem sein darf. Es war spannend zu spüren, wie unterschiedlich Mut aussehen kann: manchmal laut und konfrontativ, manchmal still und versteckt in den kleinen Momenten.
Den Abschluss bildete ein Besuch der Cafeteria Frédéric am Hauptplatz – bei Kaffee, Kuchen und vielen Gesprächen. Vielleicht war das der Moment, in dem aus lauter neuen Gesichtern langsam vertraute wurden. Der Wandertag war mehr als nur ein Ausflug – er war ein vorsichtiger, aber wichtiger Start in ein neues Jahr voller Begegnungen, Fragen und Möglichkeiten, mutig zu sein.




CREDITS:
Text von Luisa Geyrecker
Fotos von Benjamin Uhrlau, Luisa Geyrecker, Annika Czuday